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Wie bringt man bloß 10 Millionstel Liter Flüssigkeit in diese verflixte Geltasche?

Dass sich ein ganzer Bio-Kurs diese Frage überhaupt stellen musste, ist nicht zuletzt der Initiative eines ehemaligen GN-Schülers zu verdanken, der an der Uni Regensburg mittlerweile mit seiner Doktorarbeit im Fachbereich Biochemie beschäftigt ist. Bereits zum dritten Mal statteten uns Mitglieder der Regensburg International Graduate School of Life Sciences (RIGeL) einen Arbeitsbesuch ab. Im direkten Kontakt mit Forschenden der Uni wurde so ein kleiner Ausschnitt aus dem Laboralltag hautnah erlebbar. Auch sonst sehr zurückhaltende Kursmitglieder zeigten sich hier begeistert.

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Passend zum Lehrplan der 11. Jahrgangsstufe konnten die Teilnehmenden einen ganzen Vormittag lang materialaufwändige Experimente unter der sachkundigen Anleitung von Christina und Fabian durchführen. Die Isolierung und Reinigung des eigenen Erbmaterials, der DNA, aus Mundschleimhautzellen unter Verwendung von Mikropipetten und einer Zentrifuge mit 13000 Umdrehungen pro Minute war dabei nur eines der hochinteressanten Experimente. Eines wurde dadurch besonders deutlich: Laborarbeit erfordert ziemlich viel Geduld.
Beeindruckend war auch das Experiment zur Vervielfältigung von Erbmaterial, für das ein 5000  Euro teures Gerät benutzt werden durfte. Die Methode der PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) hatten die Kursteilnehmer bereits im Unterricht kennen gelernt, aber sie selbst durchführen zu können, war eine ganz andere Sache. Schließlich konnte auch die Technik, die zur Täterüberführung in der Kriminalistik und zur Vaterschaftsermittlung verwendet wird, mit vielen ihrer praktischen Hürden erlebt werden. Und genau dazu mussten minimale Mengen an Flüssigkeiten in kleine Aussparungen eines Agarosegels (eine gelatineartige Masse) eingebracht werden, ohne das Gel zu durchstoßen oder daneben zu treffen. Umso erfreuter waren die  Gruppen, die es geschafft hatten.
Abgerundet wurde der gelungene Vormittag mit einem informativen Vortrag, in dem viele Aspekte der Genetik, die im Halbjahr 11/2 gelernt werden konnten, nochmals zur Sprache kamen.

Ein dickes Dankeschön an die beiden RIGeL-Mitglieder!

Ingeborg Gössl