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Schüleraustausch mit Simbabwe

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – eine Auszeichnung, auf die wir Schüler des GN stolz sein können, die aber auch Aufgaben und Herausforderungen bedeutet. In Artikel 1 heißt es, wir sollen keine Gelegenheit missen, „Brücken zu bauen“ und „Vorurteile abzubauen“. So nutzen viele Schüler die Möglichkeit, internationale Freunde zu gewinnen und zum Beispiel bei einem Schüleraustausch nach Frankreich, Irland, in die französische Schweiz oder auch nach Ungarn, Vorurteile ab- und Brücken aufzubauen.

Auch ich habe das Abenteuer gewagt und mich nach einem einwöchigen Frankreichaustausch in der 9. Klasse in den diesjährigen Sommerferien für sechs Wochen nach Simbabwe begeben. Simbabwe? Wo liegt das gleich wieder? Das Binnenland mit ca. 16 Millionen Einwohnern liegt im Süden Afrikas, nördlich von Südafrika, und zählt mittlerweile wieder zu einem der wirtschaftlich schwächsten und ärmsten Länder der Welt. Durch einen korrupten und machthungrigen Diktator, der sich einst als Volksheld feiern ließ, wurde das Land heruntergewirtschaftet und musste mit einer Hyperinflation, Lebensmittelknappheit und einer Arbeitslosenquote von bis zu 95% kämpfen. Man kann natürlich nicht verschweigen, dass das Land gerade für Weiße nicht ungefährlich und auch nicht überall schön ist. In der Hauptstadt Harare, wo ich bei meiner Gastfamilie wohnte, wimmelt es nur so von Bettlern, Taschendieben und Straßenkindern, die an Ampeln nach Geld fragen. Mir wurde unter anderem mein Handy gestohlen, man wird angequatscht, angefasst und einem werden Drogen angeboten. Man muss auch mal zwei Tage ohne Strom auskommen können und mit ansehen, wie Menschen jeglichen Alters auf riesigen Müllbergen gemeinsam mit Geiern und anderen Vögeln nach etwas Verwertbarem suchen. Da aber im vergangenen Jahr der Diktator endlich gestürzt wurde und nun während meines Aufenthalts die ersten freien Wahlen seit 37 Jahren stattfanden, erhoffen sich viele Besserung. Dass das Land einst das wirtschaftlich beste und wohlhabendste in Afrika war, zeigt, dass Simbabwe Potential hat – gute landwirtschaftliche Vorrausetzungen, wertvolle Bodenschätze und viele touristische Anziehungspunkte.
Auch wenn man es sich schwer vorstellen kann, aber ich kann trotz alledem einen Austausch in ein Land wie Simbabwe wirklich nur weiterempfehlen. Es ist eine Erfahrung, die ein Leben lang nachwirkt. Ich denke hier auch an die vielen gastfreundlichen Menschen, die einen mit offenen Armen empfangen und mit denen man wertvolle Freundschaften schließen kann. Da Englisch Amtssprache ist, verbessert man nebenbei auch noch seine Englischkenntnisse. Klar, das kann man, wie es die meisten Austauschschüler tun, auch in Amerika oder Australien. Die afrikanische Kultur und Natur sind aber etwas ganz anderes, und als Austauschüler in Simbabwe erlebt man wirklich Afrika Pur.
Ich durfte traditionelle afrikanische Musik machen, in Gottesdiensten Gospelchören zuhören, mit Ureinwohnern tanzen. Ich durfte Affenbabys zusehen, wie sie aus unserer Lodge Essen klauten, mit Löwen spazieren gehen und Nashörner verfolgen. Ich durfte die Viktoria Falls besuchen, auf Lodges mit spektakulärer Aussicht einzigartige Sonnenauf- und -untergänge beobachten und viele weitere spektakuläre Eindrücke sammeln.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich als Austauschschüler in ein Land wie Simbabwe zu wagen, um Vorurteile ab- und Brücken aufzubauen – für einen persönlich und als Schüler einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Mein Ferienaustausch wurde von ROTARY Jugenddienst Deutschland organisiert. Jeweils 6 Wochen besuchen die Austauschschüler in den Ferien zeitversetzt das jeweilige Land. Meine Austauschschülerin wird im Dezember nach Deutschland kommen, wenn in Simbabwe Sommerferien sind. Bewerben kann sich jeder zwischen 15 und 18 ½ Jahren bei einem örtlichen ROTARY Club. Auch die Kosten halten sich verhältnismäßig in Grenzen, es müssen nur die eigenen Flugkosten getragen werden. Sollte man wie ich in ein afrikanisches Land reisen, werden meistens noch ca. 10-tägige Safaritouren angeboten, in denen man mit anderen Austauschschülern per Zug und alten Kleinbussen das Land erkundet und auf Lodges mitten in Nationalparks übernachtet. Jedoch muss man dafür auch nochmal gut 800€ hinblättern, aber dafür lohnt sich das Sparen wirklich. Die Tour war auch bei mir ganz klar das Highlight der Reise.

Wer interessiert ist und oder noch Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden.

Jonas Hammerschmid

 

Am Freitag, den 21.12.2018 endet der Unterricht bereits um 11:15 Uhr nach Kurzstunden!
Die Busse fahren im Anschluss.